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Marek Slipek

 Arbeitsfenster in Fontographer
 Photoshopscans vorbereiten
 Hintergrundgrafik vektorisieren
 Automatik für Metrics und Kerning
 Metrics und Kerning Assistance
 Bitmaps, Hinting und Multiple Master
 Fontformate erstellen
 Pfadrichtungen und Pfadöffnungen
 Pfadoperationen in Fontographer
 Voreinstellungen in Illustrator
 Boxmodell in Illustrator

Typedesign mit Fontographer

Fontographer ist der kleine Bruder von Fontlab – eine einfacher zu bedienende Version als Einstiegsprogramm für Schriftentwerfer gedacht, mit weniger Funktionsumfang versehen, dafür günstiger in Preis. Insbesondere Opentype-Features lassen sich nicht bearbeiten was Anfänger und gelegentliche Schriftentwerfer nicht vermissen werden. Im Vergleich zu Glyphs etwas aufwendiger zu erlernen, im Vergleich zu Fontlab deutlich schneller zu erlernen. Die geringe Anzahl von einstellbaren Parametern und digitale Hilfsassistenten vereinfachen den Umgang mit dieser Schriftensoftware. Einsteiger werden die Autospace- und Autokern-Assistenten zu schätzen lernen. In Glyphs dagegen fällt bei Metrics und Kerning immer manuelles Justieren an.


Arbeitsfenster in Fontographer

Fontwindow

Fontographer > File > New
enthält eine Übersicht aller Zeichen. Die Zeichenformen sind in Containern gespeichert. Mit „View By“ lässt sich die Containeranzeige verändern. Anzeigen lässt sich die Zuordnung von Container zu Buchstabe, die Vor- oder Nachbreite des Containerinhalts, die Gesamtbreite des Containerinhalts und weitere Informationen wie etwa die Dezimaldarstellung der Buchstabencodierung, siehe auch ASCII-Zeichentabelle.

Glyphwindow

Doppelklick im Fontwindow auf einen Container oder Doppelklick im Metricswindow auf eine Glyphe
Bei Doppelklick auf einen Container, der ein Zeichen enthält öffnet sich das Glyphwindow. Im Glyphwindow lassen sich Zeichenformen einladen und bearbeiten, sowie die Nachbreite einstellen. Bei aktivierter Ebene „Guides“ lassen sich aus der baseline weitere Hilfslinien herausziehen, zum Beispiel für die x-Höhe. Bei aktivierte Ebene „Template“ lässt sich eine Hintergrundgrafik per Copy- und Paste einladen und vektorisieren.

Metricswindow

Fontographer > Window > Open Metrics Window
Werkzeug für die Bearbeitung von Vor- und Nachbreiten (Metrics) und Unterschneidungen (Kerning). Im Metricswindow ist eine Textvorschau integriert.

 

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Photoshopscans vorbereiten

Vorbereitungen von Scans in Photoshop

Um optimale Ergebnissse zu erhalten, sollte man ein paar Hinweise beachten. Generell empfiehlt es sich in Graustufen zu scannen, um die Dateigröße klein zu halten. Die Scanauflösung sollte 300 dpi betragen. Bei sehr kleinen Motiven ist die Scanauflösung entsprechend höher einzustellen. Buchstaben sollte man am Besten zeilenweise scannen.

Datei in Photoshop

Da Fontographer intern mit der Einheit Punkt rechnet, sollte man in Photoshop ebenfalls diese Einheit in den Voreinstellungen wählen. Die gescannten Buchstaben sollten nach der Bearbeitung eine maximale vertikale Ausdehnung von 1000 pt aufweisen, was der UPM-Größe entspricht. Um das zu erreichen, öffnet man am Besten eine neue Datei, die 1000 mal 1000 pt groß ist und eine Auflösung von 72 dpi hat. Fontographer arbeitet bei den Hintergrundbildern ebenfalls mit 72 dpi. Dieses Quadrat färbt man grau ein und fügt anschließend mit „Arbeitsfläche“ Weißraum hinzu, sodass genügend Platz für Ober- und Unterlängen vorhanden ist. In diese Datei kopiert man anschließend seine Scans und skaliert sie anhand einer Zeile mit Oberund Unterlängen herunter auf die Größe des grauen Quadrates. Wenn man einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben mit Oberlänge und einen Kleinbuchstaben mit Unterlänge hat, lassen sich horizontale Hilfslinien für die Unterlänge, Grundlinie, x-Höhe, Majuskelhöhe und Oberlänge einziehen. Anhand dieser Linien kann man die Abmessungen des Fonts vornehmen und die Werte in Fontographer eintragen unter File > Element > Font Info > Advanced > Dimensions. Das aufbereitete Dokument in Photoshop kann man von der Unterlänge bis zur Oberlänge beschneiden, sodass die Höhe der Datei der Kegelhöhe des Buchstabens entspricht.

 

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Hintergrundgrafik vektorisieren

Arbeitsfenster in Photoshop

Handschriftliche Entwürfe sollen immer zeilenweise einscannt und auch zeilenweise markiert werden. Um die Grafik in Fontographer als Hintergrundbild einzufügen sollte die Zeile vom untersten Punkt – der Unterlänge – bis zum obersten Punkt – der Oberlänge – markiert werden. Die Auswahl entspricht der maximalen vertikalen Ausdehnung des Schriftentwurfs. Per Copy und Paste lässt sich der markierte Bereich von Photoshop nach Fontographer transportieren.

Glyphwindow in Fontographer

Der in Photoshop markierte Bereich wird in Fontographer auf die Höhe zwischen Ascender und Descender skaliert. Es empfiehlt sich die Grafik in Photoshop entsprechend ohne „Fleisch“ oberhalb und unterhalb auszuwählen, um die Hintergrundgrafik nicht nachskalieren zu müssen.

 

Fontographer > Element > Auto Trace

Vektorisierungstool in Fontographer. Arbeitet akurater als vergleichbare Vektorisierungstools zum Beispiel in Illustrator. Der sauberste und akurateste Pfad entsteht immer noch durch händisches Zeichen einer Vektorform, was bei Schriften in besonderem Maße gilt. Hierbei kann man sich ebenfalls der Hintergrundgrafik als Skizze bedienen. Es kann je nach Situation jedoch hilfreich sein, zunächst zu vektorisieren und den entstandenen Pfad hinterher zu korrigieren.

Auto Trace im Easymodus

„Tight“ erzeugt eine Form mit möglichst wenigen Ankerpunkten, „Loose“ erzeugt eine Form mit sehr vielen Ankerpunkten. Während „Tight“ die Form simplifiziert und je nach Stärke zu sehr vereinfacht, strapaziert „Loose“ den begrenzten Speicher des Fontformats und macht den Font und das System langsamer. Die Art des Entwurfs die beabsichtigte ästhetische Wirkung bestimmen den Wert der sich am besten eignet.

Auto Trace im Advancemodus

Der oben beschriebene Prozess des Vektorisierens lässt sich über das Advancemenü genauer steuern. Das Ausprobieren und sich Annähern an das gewünschte Ergebnis ist empfehlenswert. Der Befehl „Trace“ erzeugt eine für jeden Buchstabeben (Glyphe) separate Vektorform, die oberhalb der Hintergrundgrafik in die Ebene „Outline“ gelegt wird.

 

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Automatik für Metrics und Kerning

Navigationsweg

Fontographer > Metrics > Auto Space ...
Einstellen des automatisches Zeichenabstandes

Fontographer > Metrics > Auto Kern ...
Einstellen von automatischen Unterschneidungen

Auto Space ... Easy

Autospace stellt automatisch Vor- und Nachbreiten von Buchstaben ein. Der Easy Mode, besteht aus einem Regler über den sich der Buchstabenabstand zwischen weit und nah justieren lässt. Der Easy-Modus vollbringt für den Einstieg bereits gute Dienste, sodass es nicht notwendig ist auf den Advanced-Modus einzugehen. Ähnlich wie beim Vektorisieren erzielt man die besten Ergebnisse, indem man Vor- und Nachbreiten händisch einstellt statt dem Automatismus zu vertrauen. Auch hierfür gibt es ein Extratutorial für das händische Zurichten. Das Ergebnis dieser Funktion lässt sich im Metrics Window überprüfen. Hierfür gibt man einen Probetext ein.

Auto Kern ... Easy

Per Zurichten der Vor- und Nachbreiten kann man die meisten Unregelmäßigkeiten im Satzbild ausgleichen. Einige Kombinationen lassen sich jedoch nur durch Unterschneiden beheben, dem sogenanntem Kerning. Zum Beispiel hinterlässt ein großes T Platz unterhalb seines Daches, was besonders bei Kleinbuchstaben ohne Oberlängen, zum Beispiel ein kleines e, zu große Lücken schlägt. Diese Lücken kann man nur durch Kerning beseitigen. Auch hier lässt sich mit Hilfe eines Reglers der Stärke der Unterschneidung zwischen weit und nah justieren. Das Ergebnis dieser Funktion lässt sich im Metrics Window überprüfen. Hierfür gibt man einen Probetext ein. Auch hier gibt es einen Advanced-Modus mit dem sich Kerning gezielter regulieren lässt, worauf hier nicht näher eingegangen wird. Im Extratutorial für händisches Zurichten werden Kerning und die gängigsten Buchstabenkombinationen beschrieben.

Set Width

Gezieltes Einstellen der Buchstabenbreite auf einen bestimmten Wert in em. Es lassen sich auch bestehene Breite um einen absoluten oder prozentualen Wert erniedrigen oder erhöhen. Die Einstellungen haben nur auf die jeweils im Fontwindow aktuell ausgewählten Container Einfluss. Das Einstellen der Breite wirkt sich jeweils nur auf die Nachbreite aus, während die Vorbreite im Ursprung verharrt. Dadurch rutscht die Glyphe nach Anwenden dieses Befehlts aus dem Zentrum, ebenso beim Set Metrics Befehlt. Das nachträgliche Zentrieren von Glyphen wird mit „Equalize Sidebearings“ unter Metrics erreicht.

 

Metrics > Equalize Sidebearings

Set Metrics

Hier lassen sich sowohl Buchstabenbreiten als auch Vor- und Nachbreiten auf einen absoluten oder prozentualen Wert festlegen beziehungsweise um einen absoluten oder prozentualen Wert erhöhen oder erniedrigen. Im Unterschiede zu „Set Width“ gibt man hier gruppenweise den Bereich an, auf den sich die Operation auswirken soll.

 

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Metrics und Kerning Assistance

Metrics Assistance

Da Buchstaben auf den Grundformen Dreieck, Kreis, Quadrat und entsprechenden Mischformen basieren, kann man Buchstaben in formale Gruppen aufteilen. Ausgehend von einem Buchstaben, dem Basebuchstaben, bestimmt man eine ganze Reihe von Buchstaben, die mit dem Basebuchstaben nacheinander kombiniert werden. Einstellen lässt sich Left Sidebearing (L), Right Sidebearing (R) und Width (W) sowie ein zugehöriger absoluter oder ein prozentualer Wert der für alle Kombinationen in einer Reihe gilt. Die Buchstaben gibt man direkt ohne Kommata in die Felder ein.

Kerning Assistance

Ähnlich wie bei Metrics Assistance können hier Buchstabenkombinationen zeilenweise eingegeben werden, mit dem Unterschied, dass sich links und rechts in beiden Feldern mehrere Buchstaben eintragen lassen. Jeder Buchstabe der linken Seite wird mit jedem Buchstaben der rechten Seite als sogenanntes Kerningpaar angelegt. Achtung! Kerning Assistance erstellt keinen Wert fürs Unterschneiden, legt lediglich fest, welche Buchstabenkombinationen identisch gekernt werden sollen. Das Kerning nimmt man anschließend im Metrics Window anhand einer der eingetragenen Kombinationen händisch vor. Anschließend überträgt das Programm das spezifische Kerning auf die anderen voreingetragenen Kombinationen. Hat man zum Beispiel ein W und ein T auf der linken Seite und ein a und o auf rechten Seite eingetragen, dann werden die Kerningpaare (kerning pairs) Wa, Wo, Ta und To in einer Tabelle eingetragen. Stellt man anschließend im Metricswindow das Kerning zwischen W und a auf -50, überträgt sich dieser Wert auf die verbleibenden Kombinationen. Die Buchstaben gibt man direkt ohne Kommata in die Felder ein.

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Bitmaps, Hinting und Multiple Master

Window > Open Bitmap Window

Mit diesem Editor lassen sich – zusätzlich zu den auflösungsunabhängigen Vektoroutlines – für festgelegte Schriftgrade auflösungsabhängige Bitmapschriften erstellen. Buchstaben lassen sich in diesem Modus pixelweise beeinflussen. Zum Beispiel wird auf einer Höhe von 8 Pixeln ein Bildschirmfont händisch angelegt und dem eigentlichen Font als Bitmapfont beigelegt. Mittlerweile kann man Bitmaps vernachlässigen, da das Rendern von Schriften in kleinen Größen von intelligenten Algorythymen auf Betriebssystemebene oder Browserebene mit Hilfe des Hintings automatisiert wird. Mehr dazu im Extratutorial Webfonts und Hinting.

Hints

Hinting selbst zu erstellen ist Materie für Fortgeschritte und Experten. Hinting ist mehr ein technischer als ein gestalterischer Prozess. Durch Hinting wird die Qualität der Darstellung von Schriften auf Bildschirmen verbessert. Es handelt sich hierbei um die Darstellung von Schriften in Lesegröße auf Bildschirmen mit geringer Auflösung. Mehr dazu im Extratutorial Webfonts und Hinting.

 

Element > Multiple Master

Mit Hilfe von Multiple Master lassen sich zwischen zwei Schriftschnitten beliebig viele Interpolationen erzeugen. So lässt sich beispielsweise zwischen einem Lightschnitt und einem Boldschnitt ein Regularschnitt per Interpolation ohne weitere manuelle Arbeit erstellen. Nur so ist die Erstellung von Schriftsippen denkbar. Im Gegensatz zum Befehl „Blend Fonts“ lassen sich hier mehrere Achsen zur Interpolation anlegen. Die genaue Funktionsweise würde den Rahmen dieses Scripts sprengen.

Element > Blend Fonts

Mit Blend Fonts lässt sich das gleiche wie mit „Multiple Master“ erstellen mit dem Unterschied das die Interpolation auf eine Achse beschränkt ist.

 

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Fontformate erstellen

Element > Font Info

Fontinformation

Mit Hilfe von Multiple Master lassen sich zwischen zwei Schriftschnitten beliebig viele Interpolationen erzeugen. So lässt sich beispielsweise zwischen einem Lightschnitt und einem Boldschnitt ein Regularschnitt per Interpolation ohne weitere manuelle Arbeit erstellen. Nur so ist die Erstellung von Schriftsippen denkbar. Im Gegensatz zum Befehl „Blend Fonts“ lassen sich hier mehrere Achsen zur Interpolation anlegen. Die genaue Funktionsweise würde den Rahmen dieses Scripts sprengen.

File > Generate Font File

Generate Font File

Hat man den Font mit „Font Info“ um wichtige Meta- Angaben ergänzt und hat bereits Schriftzeichen in Containern, kann man nun mit „Generate Font File“ ein fertiges Fontformat erstellen. Zunächst muss man sich für eine Plattform entscheiden. Entweder erstellt man plattformübergreifend oder für eins der drei Systeme Mac, PC oder Unix. Danach stellt man das Font Format ein, das sich ändert, je nachdem welche Plattform man gewählt hat. Opentype kann in jeder Einstellung gewählt werden und basiert entweder auf Truetype- oder Postscriptbasis. Unter Unix lässt sich nur ein Postscriptformat auf Type1-Basis einstellen. Unter Windows lässt sich ebenfalls das Postscriptformat auf Type1-Basis wählen. Als weitere Option sind die beiden exotischen Formate Postscirpt auf Type3-Basis sowie WindowsMultipleMaster anklickbar. Unter Macintosh kann man Postscript auf Type1- und Type3-Basis erstellen. Da Type3 auf MacOSX Systemen nicht mehr unterstützt wird, wählt man am besten das platzsparende Type1-Format für Postscript. Für eine Truetypeschrift wählt man Mac Truetype Suitcase. Ebenfalls verfügbar, jedoch so gut wie nicht mehr unterstützt, ist das Format MultiMaster für Mac.

Zusammenfassend wählt man am Besten Opentype entweder auf Truetypeoder auf Postscript-Basis mit dem Encoding OpenType Standard. Als Alternative dazu empfiehlt sich Postscript Type 1 oder TrueType.

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Pfadrichtungen und Pfadöffnungen

Pfadrichtung

Clockwise

Counterclockwise

Pfadrichtung korrekt einstellen

Fontographer > Element > Correct Path Direction
Fontographer > Element > Clockwise
Fontographer > Element > Counterwise

Geschlosse Konturpfade haben eine Pfadrichtung – im oder gegen den Uhrzeigersinn. Ihre Pfadrichtung lässt sich mit „Clockwise“ und Counterclockwise“ in das jeweilige Gegenteil ändern. Wichtig wird das wenn Binnenformen eine Fläche aus Außenformen ausstanzen sollen. Hat die Außenform die gleiche Pfadrichtung wie die Binnenform, bleibt die Binnenform schwarz und damit unsichtbar. Erst bei gegenläufigen Richtungen der Außen- und Binnenformen wird die Binnenform korrekt ausgestanzt. Um eine Form in ihrer Pfadrichtung zu beeinflussen, muss sie ausgewählt sein. Der Befehl „Correct Path Direction“ korrigiert falsch eingestellte Pfadrichtung meist automatisch richtig.

 

Illustrator > Fenster > Pathfinder

In Illustator muss eine Form mit dem Stanzwerkzeug ausgestanzt werden bevor man durch diese hindurchsehen kann, was eine Form erst zu einem Buchstaben macht. Vor dem Prozess des Stanzens liegt eine kleinere weisse Fläche vor einer größeren schwarzen. Pfadrichtungen können in Illustrator nicht eingestellt werden. Jedoch kann man Buchstaben in Illustrator durch Stanzen soweit vorbereiten, dass diese in Fontographer mit korrekter gegenläufiger Pfadrichtung eingelesen werden können. Beim Transportieren einer ungestanzen Form aus Illustrator heraus, muss in Fontographer anschließend die Pfadrichtung bei Buchstaben mit Binnenformen korrigiert werden.

Linien in Flächen umwandeln mit Objekt > Pfad > Konturlinie

Schriften, die mit HIlfe des Linienwerkzeugs und nicht als Fläche angelegt wurden, wandelt man in Illustrator in Flächen um. Auch eine sehr dünne Linie hat eine flächige Ausdehnung.

 

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Pfadoperationen in Fontographer

Geschlossene Pfade

Je weniger Punkte für Die Darstellung eines Buchstabens verwendet werden, desto anmutiger wirkt eine Form. In manchen Fällen muss man die Anzahl der Punkte erhöhen, um mehr Kontrolle zu erhalten. Buchstaben setzen sich immer aus geschlossen Pfaden zusammen. Ein offener Pfad führt bei Buchstaben zur fehlerhaften Darstellung. In der Regel wird eine Form nicht oder entgegen der eigentlichen Intension gefüllt, beziehungsweise bleibt später beim Export unsichtbar.

Fontographer > Element > Selection Info

Für eine korrekte Vorschau von gezeichneten Formen muss unter „Selection Info“ „Fill outline“ aktiviert, „Tint“ auf 100% eingestellt, „Type“ auf „Normal“ gestellt und „Stroke outline“ deaktiviert eingestellt sein. Mit diesen Einstellungen erhält man im Glyphfenster mit aktiviertem „View > Preview“ eine schwarz gefüllte Buchstabenform. Für Postscript Type 1 und Truetype sowie das darauf aufbauende Opentypeformat sind diese Einstellungen ebenfalls richtig. Andere Einstellungen sind nur in Postscript Type 3 darstellbar. Dieses Format wird von Mac OSX Betriebssystemen nicht mehr unterstützt.

Fontographer > Preferences > Editing

Mit LEFT, RIGHT, UP und DOWN lassen sich Bezierpunkte über die Tastatur bewegen. Bei gedrückter SHIFT-Taste werden die Sprünge größer. Unter Preferences > Editing lässt sich die Schrittweite für Tastaturbewegungen einstellen. Voreingestellt sind 10 em.

Buchstabenformen mit Fontographer zeichnen

Freie Formen können im Glyphfenster mit dem „Pen Tool“ beziehungsweise dem Zeichenstift gezeichnet werden. Einfaches Klicken und wieder Loslassen erzeugt gerade aneinanderhängende Liniensegmente. Sobald beim Klicken die Maustaste gedrückt gehalten wird kann man durch Bewegen der Maus zwei symmetrische Ankerpunkte herausziehen, die eine Biegung der Form bewirken. Ein erneutes Klicken auf den gezeichneten Punkt mit gedrückter ALTERNATE-Taste löscht den zum Pfadende herausgezogenen Ankerpunkt. Bei abwechselnden Verwenden dieser drei Möglichkeiten lassen sich in einem Zug alle erdenklichen Buchstabenformen zeichnen. Wichtig ist, dass am Ende die Form geschlossen wird. Das passiert in der Regel automatisch sobald man beim Zeichnen mit dem „Pen Tool“ auf den Ausgangspunkt des Pfades klickt.

Pfadoperationen in Fontographer

Fontographer > Point > Curve Point, Corner Point, Tangent Point
Kurvenpunkt, Eckpunkt und Tangentenpunkt sind die drei möglichen Bezierpunkte, die man beim Zeichnen mit dem Zeichenstift oder ähnlichem erzeugen kann. Ist die Form erstmal gezeichnet, lässt sich ein bestehender Eckpunkt in ein Kurvenpunkt oder Tangentenpunkt umwandeln und umgekehrt. Mit gedrückter ALTERNATE-Taste lässt sich zu beiden Seiten eines Punktes hin, jeweils separat ein Ankerpunkt herausziehen. Beim angewählten „Curve Point“ bleiben die Ankerpunkte symmetrisch, beim „Corner Point“ sind die Richtungen der Ankerpunkte frei wählbar. Die Pfadrichtung kann sich ebenfalls auf das Setzen von Ankerpunkte und deren Richung auswirken.

Fontographer > Point > Merge Point
Die DELETE-Taste löscht aus einem bestehenden Pfad einen Punkt und öffnet an dieser Stelle den Pfad. Mit „Merge Points“ lässt sich ebenfalls ein Punkt löschen, wobei anschließend die benachbarten Punkte im Pfad verbunden werden, sodass die Geschlossenheit des Pfades erhalten bleibt. Dass der Pfad geschlossen bleibt ist meistens erwünscht.

Fontographer > Point > Split Points
Ein geschlossener Pfad lässt sich zur Bearbeitung oder Anfügen einer Form mit „Split Points“ wieder öffnen. Hierfür wählt man mit der Maus einen Punkt im Pfad aus und führt den Befehl „Split Points“ aus. Anschließend drückt man die TAB-Taste. Danach ist der Punkt in zwei übereinanderliegene frei verschiebbare aufgeteilt. Pfade können auch mit dem „Knife Tool“ (Messerwerkzeug) an beliebiger Stelle mit dem gleichen Ergebnis geteilt werden.

Fontographer > Point > Retract Points
Damit lässt sich ein bearbeiteter Bezierpunkt in seinen Ursprungszustand als „Corner Point“ ohne Ankerpunkte zurücksetzen.

Fontographer > Point > Align Points
Zwei oder mehrere Bezierpunkte werden in horizontaler oder vertikaler Richtung ausgerichtet.

Fontographer > Point > Auto Curvate
Automatik, die Einfluss beim Zeichnen und Herausziehen von Ankerpunkten hat. Der Übergang von einer Biegung zur anderen wird durch „Auto Curvate“ weicher.

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Voreinstellungen in Illustrator

Grundsätzlich: 1 pt in Illustrator = 1 Einheit in Fontlab

01 Illustrator > Voreinstellungen > Einheiten
- Alle Einheiten auf Punkt umstellen

02 Illustrator > Voreinstellungen > Datei verarbeiten und Zwischenablage
- PDF deaktivieren
- AICB aktivieren und Pfade beibehalten

03 Illustrator > Voreinstellungen > Hilfslinien und Raster
- Abstand auf 10 pt setzen
- Unterteilungen auf 10 setzen

04 Illustrator > Datei > Neu
- Breite: 2 x UPM-Größe des Fonts,
  zum Beispiel 2000 pt bei 1000 UPM
- Höhe: UPM-Größe des Fonts 1000 pt

05 Illustrator > Ansicht > Lineale einblenden

06 Illustrator > Ansicht > am Raster ausrichten

07 Illustrator > Ansicht > Hilfslinien > Hilfslinien fixieren

08 Illustrator > Ansicht > Raster einblenden

09 Nullpunkt festlegen

10 Unterlänge festlegen
- zum Beispiel 300 pt Unterlänge festlegen
  (abhängig von Entwurf)
- 1000 pt UPM
- 300 pt Unterlänge = 700 pt Oberlänge

11 Nullpunkt justieren

12 Mit Hilfslinien Oberlänge, x-Höhe, Majuskelhöhe und Unterlänge festlegen

13 Darauf achten, dass Buchstaben nicht über die Dokumentbegrenzungen reichen

14 Eigentlicher Export über
- Copy und Paste
- Illustrator 8 EPS-Format

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Boxmodell in Illustrator

Illustrator

Schriftzeichen können in Illustrator im Prinzip in beliebiger Größe erstellt werden. Mit Copy und Paste lassen sich diese in Fontographer übertragen. Dabei wird das kopierte Zeichen in Fontographer auf die Größe zwischen Ascender und Decender skaliert. Das bedeutet, dass ein kleines i im Verhältnis zum großen H unterschiedlich groß in Fontographer abgebildet wird. Um Größenverhältnisse zu erhalten, sollte man für jeden Kopiervorgang eine Box um das zu transportierende Zeichen legen. Die Abmessungen dieser Box müssen dabei konstant bleiben und der maximalen vertikalen Ausdehnung der Schrift entsprechen. Das bedeutet, dass die Box sich von der Unterlänge bis zur Oberlänge der Schrift ausdehnen sollte.

Maximale Höhe

Es ist empfehlenswert die Dokumentgröße gleich zu Beginn auf 1000 pt Höhe anzulegen – wie in der vorhergehenden Seite beschrieben. Sollte man bereits Schriftentwürfe in anderer Größe angelegt haben, kann man diese in das neue Dokument hineinkopieren und entsprechend herunterskalieren.

 

Fontographer > Element > Font Info Advanced

Im Advancedmodus unter dem Reiter „Dimensions“ lassen sich „Ascender“ (Oberlänge) und „Descender“ (Unterlänge) der Schrift beeinflußen und an den eigenen Entwurf visuell anpassen. Addiert man die Höhenangaben unter Ascender und Descender zusammen, stellt man fest, dass die Summe den UPM-Wert von 1000 ergibt. Ascender und Descender sind auf 800 und -200 voreingestellt. Verändert man den UPM-Wert auf zum Beispiel 2000 verändern sich auch die Werte von Ascender und Descender entsprechend auf 1600 und -400.

Werte ablesen

Um alternativ eine nummerisch genaue Anpassung der Höhenangaben des eigenen Entwurfs an Fontographer vorzunehmen, muss das Dokument in Illustrator auf einer Höhe von 1000 pt eingestellt werden. Hierzu müssen in den Voreinstellungen von Illustrator die Einheiten auf Punkt umgestellt werden. 1000 pt in Illustrator entsprechen dann 1000 UPM in Fontographer. Der Font wird so gezeichnet oder skaliert, das die Oberlänge des Fonts die obere Dokumentbegrenzung und die Unterlänge die untere Dokumentbegrenzung berührt. Durch Einblenden des Lineals und Festlegen des Ursprungs auf die Grundlinie des Fonts, lassen sich die Werte für Ascender und Descender ablesen und im „Font Info Advanced“-Dialog in Fontographer übertragen.

 

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