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Regensburger Domspatzen

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Das Zölibat lastet auf Geist­li­chen wie ein Fluch. Immer wieder werden Chor­knaben und andere junge Menschen unter der Ob­hut der katho­li­schen Kirche miss­braucht. Wie sinn­voll ist diese selbst­verord­nete Ent­halt­samkeit, wenn sie zu solch offen­sicht­lichen Irr­wegen führt? Die Regens­burger Dom­spatzen sind nur ein Vor­fall von vielen.

Aus 2200 Ein­rei­chun­gen aus 53 Ländern schafft es mein Ent­wurf unter die 100 ersten. Die Short­list des Wett­bewerbs „Mut zur Wut“ wird auch dieses Jahr im Land­gericht Heidel­berg Ende Juli zu sehen sein. Vielen Dank an die Jury.


08.06.2018

 

Encoding Cultures Symposium

Die KI-Büchse der Pandora

Künst­liche Intelli­genz ist nicht neu - jedoch die enormen Summen, die private Unter­nehmen darin inves­tieren. Ein Grund für die gegen­wärtig rasante Ent­wicklung neuro­naler Netz­werke ist sicher die Rechen­power heutiger Computer.

Künst­liche neuro­nale Netz­werke lernen durch statis­tische Auswer­tung großer Daten­mengen. Viel­ver­sprechen­de Ergeb­nisse liefern sie in der Muster­erkennung, der Über­setzung, der Sprach­erken­nung sowie begin­nend im auto­nomen Fahren. Ihre Fähig­keit, Regeln aus Date­nmate­rial selbst­stän­dig abzuleiten, macht sie beson­ders. Hierin liegt auch das großes Poten­zial von neuro­nalen Netz­werken - denn im Gegen­satz dazu müssen beim her­kömm­lichen Inge­nieur­ansatz alle Regeln auf­wendig ein­program­miert werden.

Was genau im Inneren des neuro­nalen Netz­werks vor sich geht, ist jedoch un­bekannt. Die Black­box des Deep Learnings macht maschi­nelle Ent­scheidun­gen schwer nach­voll­zieh­bar und ängstigt des­wegen viele Menschen. Gorillas, die von Schwarzen nicht un­ter­schie­den werden könn­en, und Bots, die sich auf Rassis­mus trai­nieren lassen, zeigen Grenzen dieser Techno­logie auf. Ent­halten bei­spiels­weise Trai­nings­daten einer KI Vor­ur­teile, werden diese von der Ma­schine eben­falls über­nom­men.

Damit die neuro­nalen Netze mög­lichst valide sind, müssen sie mit enormen fehler­freien Daten­sets trai­niert werden. Dieser große Hunger nach Daten geht Hand in Hand mit gesell­schaft­lichen Über­wachungs­tenden­zen. Ferner er­fordert die Auf­berei­tung der Daten­sets eine Heer­schar von Click­workern - ein neues digitales Prole­tariat ent­steht.

Eines ist sicher: Künst­liche Intelli­genz wird unsere Gesell­schaft und unsere Medien­wirklich­keit nach­haltig ver­ändern. In einem zwei­tägi­gen Symposium am ZKM tagten zahl­reiche Wissen­schaftler und Künstler und gingen Fragen ges­ell­schaft­licher Aus­wirkun­gen nach.


29.04.2018

 

Bauhaus Dessau

Die Tört­chen des Walter Gropius

Walter Gropius hat mit dem Bau der Bau­haus­schule in Dessau eine Archi­tektur­ikone mit der vor­gehäng­ten durch­gehen­den Glas­fas­sade und einer Menge ander­er raffi­nierter De­tails ge­schaf­fen, die seiner Zeit weit voraus war und auch heute noch wie ein futu­risti­sches Boll­werk in dem beschau­lichen Städt­chen Dessau wirkt. Weniger be­kannt sind wahr­schein­lich die städte­baulichen Sozial­experi­mente in der Törten­sied­lung, einem Vor­ort von Dessau. Hier wurde die spä­tere Platten­bau­weise in experi­men­teller Art vor­weg­genom­men und erprobt. Ganz im Gegen­satz zu den fan­tasie­losen Platten­bauten der Nach­kriegs­zeit ist hier noch erstaun­lich viel Raum für Ästhe­tik, die keinen Gegen­pol zur Ratio­nali­sierung bildet.

Die Ein­familien­häuser in Reihe gebaut stam­men eben­falls von Walter Gropius. Die Fenster­bänder sind hier so hoch im Raum an­ge­bracht, dass man im Sitzen einen wunder­schönen Aus­blick auf die Wand hat. Gedacht war natür­lich Platz und Stau­raum für Kom­mo­den in kleinen Räumen auch an Fenster­stel­len zu schaffen.

Ähn­lich einer Fabrik­halle in Miniatur lässt diese Kon­stru­ktion erstaun­lich viel Licht in den Raum. Die oft kopierte Idee der gra­phisch wirkenden Fenster­bänder beweist in der Reihen­haus­sied­lung vor allem, dass Gropius im Zweifel der Form den Vor­zug vor Funk­tion gegeben hat. Das Ergebnis ließen sich die Eigen­tümer frei­lich nicht gefallen. Fast alle Fenster­bänder wurden durch tie­fer­liegen­de klassische Doppel­fenster ersetzt, die ein wesen­tlich dunkleres höhlen­artiges Erlebnis des Licht­einfalls versprachen – dafür jedoch in Sicht­höhe der Couch.

Deutlich groß­zügiger konnte Gropius bei den Meister­häusern vor­gehen. Trotz der größeren Wohn­flächen sind auch hier Treppen­haus und vor allem Türen auf knapp einen Menschen zu­ge­schnit­ten – Eine natür­liche Barrie­re, die ver­hin­dern sollte zu viel Mobiliar ins Haus zu befördern. Statt­dessen war an­ge­dacht, die reich­lich vor­han­denen Ein­bau­schränke nutzen.

Im Gegen­satz zur Walter Gropius hatte Hannes Mayer ein deut­liches glück­licheres Händchen was den Sozial­bau an­ging. Seine Lauben­gang­häuser sind echte Bau­haus­projekte mit der Archi­tektur­klasse des Bau­hauses rea­lisiert. Diese werden noch heute so gut wie un­ver­ändert bewohnt.


02.04.2018

 

the future of light art

Von Künstlern und Wis­sen­schaft­lern

Der Dialog zwischen Kunst und Wissen­schaft wird gewünscht, findet jedoch selten statt. Das Symposium „The Future of Light Art“ im ZKM möchte das ändern und erhellt zwei Tage lang Fort­schritte in der Quanten­physik des Lichts und reflektiert den Stand der Licht­kunst.

Licht taucht als neues For­schungs­gebiet am wissen­schaft­lichen Hori­zont auf – in vielen Be­rei­chen: Ein­heit­liches Nano­material wird auf der Ober­fläche eines Objekts appli­ziert und in Größe und Abstand modu­liert. Die Modu­lation beein­flusst die Licht­brechung und erzeugt uv-­resis­tente und hitze­bestän­dige Farben.

Holo­gra­fische Projek­toren zaubern drei­dimen­sionale Gegen­stände aus Licht in dunkle Räume. Güns­tige LED-Quellen – Fluch und Segen zugleich – führen zur zuneh­menden Licht­verschmu­tzung des gesam­ten Planeten und wirken sich auf Pflanzen, Tiere und Menschen aus. Der Sternen­himmel wird zum Relikt vergan­gener Tage.

Die bläu­lichen Bild­schirme von Smart­phones unterdrücken unseren Melatonin­spiegel und bringen unseren Schlaf-­Wach-­Rhyth­mus durch­ein­ander. Wer kontrol­liert das Licht im urbanen Raum ? Braucht es eine Licht­demo­kratie? Werden sich Archi­tekten ihrer Verant­wortung bewußt oder über­lassen sie diese den Unternehmen?

Künstler wie Villa­real nehmen sich der­weilen der Golden Gate Bridge an, erschaf­fen mit einem LED-­System und progra­mmierten Licht­mustern ikono­graphische Werke. Das japa­nische Super­kollektiv Team­lab lässt seine Zu­schauer Teil ihrer immer­siven Licht­kunst­werke durch Inter­aktion und Gene­rativi­tät werden. Im Gegen­satz zu klas­sischen Wand­gemälden werden die Betrachter hier zu Akteuren in einer gemein­samen multi­senso­rischen, synäs­the­tischen und nicht zuletzt sinn­lichen Er­fahrung.


10.02.2018

 

3k

Brahms pfeift aus dem letzten Loch

Während Brahms am Be­atmungs­gerät hängt und drei Akkorde in Dauer­schleife von sich gibt, führt das Bruckner-Orchester-Linz klas­sische Musik während der großen Konzert­nacht auf. Ein neuronaler Zell­klumpen kämpft über zwölf Laut­sprechern gegen einen Klavier­spieler und produziert dabei brutales Rauschen, Zirpen und Knattern. Ein Musiker schreit sich – ausge­stattet mit Glas­splittern und Piezo­mikrofon – in einem Akt der Selbst­zerstörung ohren­betäubend die Seele aus dem Leib.

Um sechs Uhr morgens auf­stehen, um zwei Uhr morgens ins Hotel zurück­kehren, vier un­ermüd­liche Tage lang. Das Programm der Ars Electronica ist reich­haltig und grenzt an Selbst­erfahrung. Künstliche Intelli­genz ist das Thema und handelt eigentlich von uns selbst. Das künstliche Ich ist das andere Ich. Und ganz und gar menschlich, weil wir unser eigenes Spiegel­bild in Techno­logie mani­festieren.

Das Areal des ehe­maligen Post­vertei­lungs­zen­trums in Linz ist digi­taler Schaup­latz und Spiel­platz zugleich. Im Atom­schutz­bunker befin­den sich Medien­kunst­instal­lationen, im ober­irdi­schen Teil des Gebäudes an­ge­wandte gestal­terische Exponate, Konfe­renzen, Works­hops und studen­tische Arbei­ten. In der Gleis­halle mit rohem Indus­trie­charme fin­den Kon­zerte und Perfor­mances statt. Weitere Veran­stal­tungs­orte sind über die Stadt verteilt. Aus dem be­schau­lichem Städt­chen wird ein­mal im Jahr eine inter­natio­nale Medien­kunst­metro­pole.


06.10.2017

 

3k

Mut zur Wut Finalist 2017

Jedes Land bekommt den Herr­scher, den es verdient. Popu­listen zeichnen gerne schwarz­weiße Bilder, um Stimmung zu machen. Stimmung gegen Auslän­der, Stimmung gegen Anders­den­kende. Die Welt wird in Gut und Böse polarisiert – auf der einen Seite die Un­schuld in Person, auf der anderen das Sata­nische per se. Mein Plakat „3k“ ist Teil der Ausstel­lung „Mut zur Wut“, die Ende Juli im Land­gericht Heidel­berg zu sehen ist. 1520 Teil­nehmer aus 51 Ländern reichten ingesamt 3147 Plakate ein. Mein Entwurf „3k“ zählt zu den 100 Fina­listen. Danke an die Jury.


23.05.2017

 

Technobomben über Belgrad

Technobomben über Belgrad

Belgrad war zu Zeiten des Ost­blocks block­frei und bereits west­lich orien­tiert. Die selt­same Zerissen­heit des Landes und die Kriegs­nachwehen sind noch all­gegen­wärtig. Durch die kyril­lische Schrift im städ­tischen Raum fühlt man sich im tief­sten Russ­land - Gaz­prom thront beim Ein­fahren durch Neo­grad, dem Platten­bau­teil, ins Stari­grad, dem histo­rischen Teil der Stadt. Balkan­kombos ziehen hier bis spät in die Nacht durch die Gegend und singen zusam­men mit ange­heiter­ten Touris­ten oder spielen direkt in Restau­rants und ziehen von Tisch zu Tisch.

Mann und Frau orien­tiert sich hier ent­weder am Osten, schwärmt für den kyril­lischen Ein­fluss und feiert zu Balkan­pop mit Zigeuner­charme – oder ent­scheidet sich für den Westen, für das Digi­tale und tanzt zu elektro­nischen Klängen in rauen Techno­bunkern. Draußen drei Grad, innen ein in die Wand geschla­genes Loch, um die Musik- und Licht­anlage mit einem Strom­kabel zu ver­sorgen. Ich bin hier auf dem Reso­nate-­Festi­val und werde direkt in die Zukunft ge­schos­sen.

Auf der Bühne steht ein schwarzer Mann in einer selt­samen Kluft – eine Mischung aus Zwangs­jacke und Abend­garde­robe. Er steht mit dem Rücken zum Pub­likum um­hüllt vom Nebel und schreit eine gefühlte Ewig­keit un­ver­ständ­liche Dinge zu har­schem Noise. Plötz­lich ändert sich der Sound, wird tanz­barer – der Krei­scher springt direkt ins Publi­kum und bahnt sich mit körper­licher Präsenz den Weg. Während Bom­ben über Bel­grad fielen, tanz­ten die Bel­grader zu Techno. Die Musik scheint die Kriegs­erle­bnisse zu ver­arbei­ten. Die raue und kaput­te Atmo­sphäre des Clubs spiegelt sich im Stadt­bild wider - vom Sozia­lismus runter­gewirtschaf­tete Fassa­den, vom Krieg zer­störte Gebäu­de und graffiti­verzier­te Wände. Techno ist tot, lang lebe Techno.


13.05.2017

 

Geräucherter Barockschinken

Geräu­cher­ter 3D Schinken im Barock­rahmen

Warum muss ein digi­taler Knopf aus­se­hen wie ein ana­loger? Sei es Nostal­gie, eine wage Zukunfts­angst oder der Wunsch, möglichst viele Menschen in der analogen Welt ab­zu­holen – der Drang, die echte Welt digital nach­zu­bilden, ist groß. Diese Tendenz heißt Skeuo­morphismus.

Möglicher­weise hat die Kunst­geschichte mit der digitalen Entwicklung viel mehr gemeinsam als auf den ersten Blick ersicht­lich. In der Bildenden Kunst war zunächst das hand­werkliche Können das zentrale Betätigungs­feld des Künstlers: ob ein exakter Falten­wurf oder die perfekt gemalte mensch­liche Physio­gnomie – ein möglichst natur­getreues Abbild der Realität stand jahr­hundert­lang im Vorder­grund. Die Erfindung des Foto­apparats führte zu einer Eman­zipation der Kunst von der Gegen­ständlich­keit hin zum Geis­tigen und Abstrak­ten.

Im Inter­face-­Design lässt sich eine ähnliche, jedoch extrem be­schleu­nigte Entwick­lung beo­bachten: So ahmten bei­spiels­weise digi­tale Kalender oder Notiz­bücher vor einigen Jahren noch ihre ana­logen Pendants nach – inklusive Leder­einband, Esels­ohren und Ring­bindung. Drei­dimen­sionalität wurde mit­hilfe einer komplexen Schatten­gebung vor­getäuscht, Texturen waren exakt modelliert – ein hand­werklich perfekter Skeuo­morphismus. Diese Dar­stellungs­form gilt im Inter­face­design mittler­weile als über­wunden. Die Abstrak­tion von Form mündet in der digi­talen Gestal­tung im so­genann­ten Flat­design. Dabei werden Benutzer und seine Erfahrung in den Mittel­punkt gestellt – weg vom Gegen­ständ­lichen hin zum Abstrak­ten.

Ganz anders sieht es jedoch in der vir­tuellen Realität aus: Hier steht noch das Hand­werkliche im Vorder­grund, die perfekte Nach­ahmung der „echten Welt“ – ein geräu­cher­ter 3D-­Schinken im Barock­rahmen. Welche Rich­tung schlägt die drei­dimen­sionale Gestal­tung ein? Wird auch hier die Abstrak­tion Einzug halten?


19.01.2017

 

Streetart London

Streetart als kulturelles Bedürfnis

Auf der Suche nach einer rauen und grafi­schen Iden­tität Londons landet man un­weiger­lich im Osten der Stadt – genauer gesagt in Shoreditch. An jeder Ecke lauert schon das nächste Werk, das darauf wartet entdeckt zu werden – manch­mal laut, als monumen­taler Igel an einer riesi­gen Haus­wand, manch­mal leise, als Mosaik­schild­kröte an einem Haus­ein­gang, und manch­mal un­schein­bar, als bemal­tes Kau­gummi direkt auf dem Geh­weg. Gift­grüne Pilz­skulp­turen schmücken Haus­dächer und er­weitern das Medium über die Wand hinaus. Jeder Artist hinter­lässt eine un­ver­kenn­bare gra­fische Duft­marke – meist als Stil­mittel oder Medium. Er brand­markt dabei mög­lichst viele Orte in der Stadt, um seinen Fame zu steigern.

Wird ein vor­han­denes städ­tisches Zeichen gehackt und in seiner Bedeutung um­codiert, mutiert Street­art zum so­genan­nten Urban Hacking. Ein Ein­fahrt-­Verbo­ten-­Schild ver­wan­delt sich in einen mittel­alter­lichen Pranger. Die Schlicht­heit der gra­fi­schen Mittel er­innert hier an die Ge­stal­tung von Logos.


18.08.2016

 

Camou­flage Europe

Mut zur Wut Finalist 2016

Europa tarnt sich vor Flücht­lingen. Europa zäunt sich mit Stachel­draht ein. Europa wird zuneh­mend mili­tant, reak­tionär, natio­nalis­tisch und un­solida­risch – die euro­päische Idee droht zu ver­schwim­men. Die Ten­denz zur Radika­lisie­rung der Gesell­schaft schreitet fort. Mein Plakat "Camouflage Europe" ist Teil der Ausstel­lung "Mut zur Wut", die bis zum 15. August im Land­gericht Heidel­berg zu sehen ist. Rund 1100 Teil­nehmer aus 58 Ländern reichten ins­gesamt mehr als 2000 Plakat­entwürfe ein. Mit "Camouflage Europe" zähle ich zu den 100 Fina­listen.


28.07.2016

 

Informationsgrafik

30 Jahre Plakat­wett­be­werb des deut­schen Studen­ten­werks

Der Plakat­wett­werb des deut­schen Stu­denten­werks feiert sein 30-­jäh­riges Jubi­läum. Die Hoch­schule Mann­heim gestal­tet die zuge­hören­de Fest­schrift in Form eines Buchs. Ich liefere hier­zu Infor­mations­grafiken zu verschie­denen Aspek­ten des Wett­bewerbs. Im Spannungs­feld zwischen Illus­tration und Program­mierung entwickle ich kleine Geschich­ten, die bei­spiels­weise die dra­matisch anstei­gende Anzahl der einge­reich­ten Plakate erzäh­len.


20.03.2016

 


Das Hexagon als identi­täts­stiften­des Symbol

Corporate Geometry

In Frank­reich wird dem Hexa­gon nicht nur sym­boli­sche sondern auch identi­täts­stif­tende Be­deutung bei­gemes­sen. Die Form leitet sich von einer geo­gra­phisch sta­bilen Landes­grenze ab, die seit zwei­hundert Jahren politisch Bestand hat. Diese Vorliebe für Geo­metrie scheint sich auch im Grafik­design und in der Archi­tektur wider­zu­spiegeln.

In öffent­licher Kommuni­kation bei­spiels­weise hat man keine Scheu, geo­me­trische Dis­play­schrif­ten zu ver­wenden, die hier­zu­lande nur auf Techno­flyern denkbar wären. Das arabische Kultur­zentrum in Paris des Star­archi­tekten Jean Nouvels etwa ver­bindet auf geschickte Weise ein morgen­ländisch anmutendes Muster mit dem identi­täts­stif­tenden Symbol Frank­reichs – dem Hexagon.


29.09.2015

 

Beitrag zum Buch „Experi­mentelle Gestal­tung“ im Niggli-Verlag

Stuhl­experi­ment im Niggli-Verlag

Vom Stuhl, zur Bank, zum Bett – die morpho­logische Verwand­lungs­reihe lädt zum Erkun­den und Schmun­zeln ein. Aus­gehend von einem schlichten Stuhl unter­suche ich mit­hilfe von Processing gestal­terische Para­meter. Die Ergeb­nisse chan­gieren zwischen ein­deutigen Gebrauchs­gegen­stän­den und absurden Phan­tasie­objekten. Dieses program­mierte Stuhl­experi­ment ist unter anderem mein Bei­trag zum Buch „Experi­mentelle Gestal­tung“ von Armin Lindauer und Betina Müller, das soeben im Niggli-Verlag erschienen ist. Gestalt­ung wird hier als Versuchs­aufbau verstan­den, dessen Achsen der Designer selbst festlegt und daraus resul­tierende Varia­tionen durch­spielt. Dieses Vorgehen ermöglicht über­raschende und unerwar­tete Ergeb­nisse. Zahl­reiche Bei­spiele aus unter­schied­lichen Bereichen veran­schau­lichen dieses Prinzip.


18.05.2015

 

Silber beim
Inter­natio­nalen
Creative Media Award 2014

Sil­ber beim Crea­tive Media Award 2014

Die drei­teilige Musik­band­reihe der Bläser­jugend Baden­-Württem­berg gewinnt Silber beim Inter­natio­nalen Creative Media Award 2014. Das Werk dient den Blas­musik­vereinen und Schulen Baden-­Württem­bergs als Lehr­werk und Einführung in die Musik­theorie und Praxis. Die drei Farben stehen für die verschie­denen Alters­stufen der jungen Leser. Der Kolumnen­titel zieht jeweils einen farbigen Faden durch jedes Kapitel. Dabei lockern und durchbrechen Illustra­tionen immer wieder den systema­tischen Aufbau von Text und Noten und erzählen kleine und große Geschichten. Farbig ausgezeich­nete Fremd­wörter inner­halb des Fließ­textes verbinden Text und Illustra­tion. Die Trenn­seiten sind mit Processing gestaltet.


22.12.2014

 

Das „Haus ohne
Augenbrauen” von
Adolf Loos

Orna­ment und Ver­bre­chen

Im Wien des begin­nenden 20ten Jahr­hunderts bringt Adolf Loos mit seinem berüchtigten Essay „Ornament und Verbrechen” die Anhänger des histori­sierenden Archi­tektur­stils zum Kochen — Gebäude, die aussehen wie Zuckertörtchen beherrschen Wiens Ring­straßen­archi­tektur und schmeicheln dem Kaiser.

Adolf Loos beschreibt das Ornament als unnützen Zierrat, der Arbeiter durch die Her­stellung des­selben unnötig versklavt und den Gegen­stand vorsätzlich verteuert. Er gesteht nur nützlichen Dingen Schönheit zu und konzentriert sich auf die Funktion der Sache selbst. Zur jener Zeit höchst umstritten, baut er das „Haus ohne Augen­brauen”, das als Vor­läufer der Moderne in die Geschichte eingeht.


26.08.2014

 

Relaunch Website
marekslipek.de

Re­launch der Web­site marek­slipek​.de

Der Relaunch der Website von marekslipek ist online und zeigt sich in neuem Corporate Design. Eine vereinfachte Benutzerführung erleichtert den Zugang über mobile Devices. Die Arbeits­proben sind auf einen Blick erfassbar.

Technologisch ist die Site auf dem neuesten Stand. Das Responsive Webdesign sorgt für eine dynamische Anpassung der Inhalte an die wachsende Anzahl von Devices — von Laptop über Tablet bis hin zu Smartphone steigt die Variations­breite an mobilen Endgeräten und Bildschirm­größen. Diese Heraus­forderung wird mit einer einzigen pflege­leichten Responsive Website abgedeckt.

Eine neue Hausschrift kommt medien­über­greifend als Webfont online und als Printfont offline in der Geschäfts­ausstattung zum Einsatz. Die Webfont-­Technologie stellt sicher, dass die Hausschrift auf allen Computer­systemen gleich dargestellt wird.


27.07.2014

 

Marek Slipek und Armin Lindauer erhalten eine Auszeichnung beim
Type Directors Club New York 2014

Auszeich­nung beim TDC New York 2014

Lässt sich die Programmier­sprache Processing auch für Print­projekte einsetzen? Ja, und das mit Erfolg — wie die diesjährige Auszeichnung des Type Directors Club beweist. Die Plakatreihe, die anlässlich eines Hochschul­vortrags in Ko­opera­tion von Marek Slipek und Armin Lindauer entstand, wurde von der New Yorker Jury mit dem begehrten „Certificate of Typographic Excellence” honoriert.

Überzeugt haben Idee und kreative Umsetzung: Das Porträt des Hochschul­dozenten setzt sich aus zahlreichen kleinen Buchstaben zusammen — seine Initialen. Ein Algorithmus bestimmt die Position der Schriftzeichen. Dadurch sind dynamische Variationen möglich, sodass eine vielfältige Plakatreihe entsteht. Die Farbigkeit Rot-Grün-Blau kokettiert dabei auf originelle Weise mit dem Verhältnis zwischen digitalem Tool und analogem Produkt.

Der international renommierte Design­wettbewerb des Type Directors Club New York verzeichnete dieses Jahr über 2000 Einreichungen, wovon zehn Prozent prämiert wurden. Zu sehen sind die Gewinner-Arbeiten in globalen Wander­ausstel­lungen und im TDC-Jahrbuch. 



20.02.2014

 

 

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